
Fünf Schüler der Klassen 6 und 7 der Staatlichen Regelschule "Georg Kresse" Zeulenroda-Triebes
reisten gemeinsam mit zwei Lehrerinnen zum Schüleraustausch nach Merksem in Belgien. Gemeinsam arbeiten wir an
unserem Erasmus+-Projekt zur Verbesserung des Wohlbefindens unserer Schüler, um ein mündiges Mitglied der
europäischen Gesellschaft zu werden.
Dieser Schüleraustausch im Rahmen des Projektes führte uns am Montag den 18. März 2019 an das Go!
Koninklijk Antheneum MXM und in Familien mit unterschiedlichem kulturellen oder religiösen Hintergrund.
Unsere fünf Schülerinnen und Schüler waren ziemlich aufgeregt, was und wer sie erwarten würde.
Wir begannen unser Abenteuer mit einer langen Bahnfahrt von Gera über Erfurt, Frankfurt und Brüssel nach
Antwerpen. Dort angekommen, überraschte uns ein vierstöckiger Bahnhof in historischem Gewand, beeindruckend
und einschüchternd zugleich. Es heißt, hier trifft sich die Welt, und so fühlten wir uns auch als
typische Kinder vom Land. Doch durch den herzlichen Empfang von Frau van de Velde, eine der Mitbegründerinnen
des Erasmus+-Projektes, wurde uns die Angst vor dem Ungewissen sofort genommen.
In der Schule warteten trotz der späten Stunde die Gasteltern und ihre Kinder auf sie deutschen Schülerinnen
und Schüler, welche für die nächsten 4 Tage bei ihnen ein neues Zuhause finden sollten. Ein klein wenig
Heimweh kam auf, doch per WhatsApp konnten die Lehrerinnen dem ein klein wenig abhelfen.
Motiviert und begeistert von den ersten Eindrücken starteten alle Schüler gemeinsam in die Projektaufgaben
für diese Woche. Die ersten beiden Unterrichtsstunden lernten sich alle Projektteilnehmer kennen. Herr Baert und
Herr van Hastel hatten Spiele vorbereitet, bei welchen sich die Schüler in der Fremdsprache Englisch gegenseitig
befragen und antworten mussten, um die Aufgaben erfolgreich zu lösen.
Im Lauf des Tages diskutierten wir über die Rechte von Kindern, schrieben ein Gedicht zu den Wörtern: peace,
war, bombs, flowers and hope. Mit leichter Hilfe der Lehrer entstanden kurze Mehrzeiler, welche von den Wünschen
der Kinder nach mehr Frieden und weniger Krieg handeln.
"I hope there will be no war,
there should be peace
and no bombs should fall,
that flowers can grow.
Then, there will be hope for all."
Durch die gemeinsamen Aufgaben und Freizeit auf dem Pausenhof fanden sich unsere fünf Schüler immer besser
zurecht. Sie erhielten einen nachhaltigen und durchaus interessanten Eindruck davon, wie ca. 470 Schüler mit dem
Hintergrund von 56 unterschiedlichen Nationen an einer Schule gemeinsam lernen und ohne Vorurteile friedlich miteinander
umgehen. Das offene Zugehen auf unsere deutschen Schüler, ohne jegliche Berührungs-ängste oder Distanz
beeindruckte uns am meisten.
Am Nachmittag erhielten wir einen kleinen und kurzen Einblick in die belgische Kultur, Politik, Sehenswürdigkeiten,
Küche und Sport. In einem Memory waren die wichtigsten Informationen als Bild versteckt und die vorbereitete
Präsentation gab uns Auskunft, was Belgien als Land ausmacht.
Nach einem ungewohnt langen Schultag bis 16.15 Uhr freuten sich alle Schüler auf einen gemeinsamen Ausflug in ein
Schwimmbad, welcher von den Gasteltern organisiert wurde.
Die Lehrerinnen wurden jeden Abend von unterschiedlichen Kollegen der gastgebenden Schule in unterschiedliche Restaurants
begleitet. Mal gab es typisch belgisch, dann italienisch und auch indonesische Köstlichkeiten wurden in den
Restaurants aufgetischt.
Mittwochmorgen ging es zu Fuß auf Comic-Tour durch Antwerpen. Eine App für unsere Handys wies uns den Weg zu
verschiedenen Häuserwänden mit Szenen aus berühmten belgischen Comics.
Egal wo auf der Welt oder in Europa, mit Pizza und Pasta konnten wir auch unsere Schüler nach einem ausgiebigen
und langen Spaziergang durch Antwerpen glücklich machen.
Der Mittwochnachmittag war zur freien Ausgestaltung mit der Gastfamilie geplant. Doch auch hier trafen sich unsere 10
belgischen und deutschen auf Einladung von Familie Kort, Emres Eltern, im Bowling-Center. Bei Spiel und Sport,
Unterhaltung und Spaß genossen alle heitere Stunden in der Gruppe - vielen herzlichen Dank an diese Familie.
Europa kennenlernen und ein Teil davon werden, das sind Kernkompetenzen, welche im Erasmus+-Projekt entwickelt und
verbessert werden sollen. Aus diesem Grund führte uns ein Ausflug an Donnerstag nach Brüssel in den Park
"Mini-Europe", gleich neben dem Atomium, einem Wahrzeichen Brüssels.
"Europa en miniature" empfing uns bei strahlendem Sonnenschein. Wir besuchten "the Houses of Parliament
and Big Ben" genauso wie den schiefen Turm von Pisa oder das Kloster El Escorial in Spanien. Wikinger bauten
Schiffe und Arbeiter bauten die Berliner Mauer zurück, alles nachgebildet im Maßstab 1 : 25. Ausgerüstet
mit Stift und Arbeitsheft gingen alle Schüler in Kleingruppen auf die Jagd nach Informationen über die momentan
28 Mitgliedsstaaten der Europäischen Union.
Am Nachmittag wurde es süß beim Besuch des "Planete Chocolat", einer belgischen Schokoladenmanufaktur
mitten in der Altstadt von Brüssel. Wo kommt der Kakao her und wie wird Schokolade in den verschiedenen Sorten und
Geschmacksrichtungen hergestellt? All das erfuhren wir hier, begleitet von einem lieblichen Duft nach frisch hergestellter
Schokolade. Auch eine Kostprobe unterschiedlicher Pralinen überzeugte uns natürlich davon, handgefertigte
belgische Schokolade mit nach Hause zu nehmen.
Seit 1991 wird in Belgien nach alter Tradition Schokolade handgefertigt und produziert von leidenschaftlichen
Schokoladenmeistern, die kreativ den guten Geschmack in immer wieder neuen Formen ein unverwechselbares Aussehen geben.
Doch es warteten noch mehr Sehenswürdigkeiten von unseren Abenteurern entdeckt zu werden. So eroberten sie die Stadt
bei einem Rundgang zum Königlichen Palais, dem Grand Place, der Cathédrale de Saints Michel et Gudule oder
Manneken Pis. Gegen 16.00 Uhr fuhren alle Schüler, sichtlich ermüdet von den vielfältigen
Eindrücken, zurück in die Schule nach Merksem. Doch dieser Weg gestaltete sich schwierig und lang ob des
großen Verkehrsaufkommens in und um Brüssel sowie Antwerpen.
In der Schule angekommen, erwartete uns ein typisch belgischer Rindfleischeintopf mit Frites und Salat, gekocht und
vorbereitet vom Personal der Schule. Anfänglich verhalten wurden die Portionen größer, weil es
wirklich lecker schmeckte. Mit einem Mousse au Chocolat rundeten unser Gastgeber den Abend geschmacklich ab.
Gemeinsam mit unseren Lehrerinnen bedankten wir fünf Austauschschüler Angelina, Dominic, Eric, Nick und Peggy
uns für die große Gastfreundschaft, die tollen Ersatzeltern für eine Woche und überraschende sowie
beeindruckende Erfahrungen in Merksem, Antwerpen und Brüssel.
Wir erfreuten uns an den kleinen Aufmerksamkeiten, welche die Familien für die Schüler vorbereitet hatten und
schenkten wiederum unsererseits jeder Familie sowie den Lehrern der Schule einen Bildband über Thüringen,
Bildmaterial zur Region Zeulenroda-Triebes sowie eine Kaffeetasse mit dem Foto des "Zeulenrodaer Meeres",
gefüllt mit Viba-Köstlichkeiten aus Schmalkalden. Außerdem gaben wir das Versprechen, die Schüler
und Lehrer im November 2019 herzlich willkommen zu heißen, um ihnen dann unsere Region, Küche sowie
Sehenswürdigkeiten näher zu bringen.
Nun hieß es Abschied nehmen. Am Freitagmorgen, 6.55 Uhr, fuhren wir in Antwerpen Hauptbahnhof auf Gleis 23 los in
Richtung Heimat.
Dabei hatten sich unsere Schüler jede Menge zu erzählen. 5, 10, 15, 30 und 45 Minuten Verspätung hieß
es dann in Frankfurt, als wir auf unseren ICE warteten. Wenn einer ein Reise tut, � dann kann es auch mal später
werden.
16.33 Uhr erwarteten uns sehnsüchtig alle Eltern am Hauptbahnhof in Gera und so ging eine lange Reise ihrem Ende
entgegen.
Über WhatsApp und eTwinning, E-Mail und Telefon wollen alle miteinander in Kontakt bleiben.
Zum finalen Abschlusstreffen unseres Erasmus+-Projektes werden sich einige der Schüler in Merksem wiedersehen und
können sich dann schon richtig europäisch fühlen.